Leadership Reputation, was ist das denn?10.06.2013

Was ist Leadership Reputation?

Frank Keuper: Einfach gesprochen: Es geht um die Reputation der Führungsriege von Unternehmen. Hieraus ergibt sich die Frage nach dem Reputatationsbegriff. Abraham Lincoln beschrieb ihn einst mit den Worten: „Character is like a tree and reputation like a shadow.“ Während der Baum real ist, stellt der Schatten nur ein Abbild dar, das uns erahnen lässt, wie der Baum wohl aussehen könnte. Während der Charakter also die Person selbst beschreibt, liefert die Reputation einen Hinweis darauf, wie sie auf andere wirkt.

Welche Bedeutung hat die Reputation einzelner Führungskräfte für Unternehmen?

Keuper: Als Josef Ackermann im Januar 2009 einen Schwächeanfall erlitt, brachen die Aktienkurse der Deutschen Bank innerhalb weniger Stunden um 3 % ein. Das gleiche Phänomen ließ sich während der Amtszeit von Steve Jobs bei Apple gleich mehrfach beobachten. Auch hier reagierte der Aktienkurs stets sehr sensibel auf neue Gerüchte um den Gesundheitszustand des Konzernchefs. Dies sind nur zwei Beispiele unter vielen, die zeigen, wie eng der Glaube an den Firmenerfolg an einzelne Personen geknüpft sein kann. Sie machen darüber hinaus deutlich, dass CEOs nicht nur Entscheider sind. Sie verkörpern besondere Werte und beeinflussen auf diesem Wege auch die öffentliche Wahrnehmung des Unternehmens und seiner Marke.

Wie baut man in Unternehmen CEO- und Leadership Reputation auf?

Jörn Becker: Zunächst durch die Akzeptanz innerhalb des Unternehmens, dass „unsichtbar“ handeln, also zurückgezogen von Öffentlichkeit und Medien, immer schwieriger wird. Auch Kunden fragen immer häufiger: Wer managed und führt das Unternehmen eigentlich auf welche Art und Weise? Anschließend gilt es eine eigene Kommunikations- und Auftrittsagenda für CEOs bzw. ausgewählte Führungskräfte entlang der Unternehmensstrategie zu entwickeln. Mit klaren und dauerhaften internen und externen Botschaften.

Ist Leadership Reputation in der heutigen Zeit wichtiger als in der Vergangenheit?

Keuper: Heute ist es für jedes Unternehmen bedeutsam, alle sich bietenden Möglichkeiten zur klaren Abgrenzung von der Konkurrenz zu erkennen und zu nutzen. Bis weit in das 20. Jahrhundert hinein dominierte das Angebot die Nachfrage. Für nahezu alle Warengruppen galt, dass die Nachfrage die Anzahl der verfügbaren Produkte deutlich überstieg. Dies hat sich insbesondere durch die Globalisierung und in den vergangen Jahren nochmals erheblich durch die Digitalisierung geändert. Differenzierung ist deshalb das A und O heutiger Marketingerfolgskonzepte. Die Marke CEO leistet hierzu einen Beitrag, den nur die wenigsten Unternehmen bisher für sich zu nutzen wussten. Leadership Reputation ist somit bis heute ein echtes Alleinstellungsmerkmal.

Wie lässt sich Leadership Reputation steuern?

Becker: Letztendlich sprechen wir über die Einführung eines ganzheitlichen Reputationsmanagements. Die Leadership Reputation ist hier ein bedeutender Wahrnehmungs- und Kontaktpunkt der Stakeholder. Erfolgreiche Unternehmenskommunikation greift daher zur Steuerung von Maßnahmen auf ermittelte KPIs und etablierte Bewertungsraster zurück. Erfolgsfaktoren sind aber vor allem die Klassiker: Authentisch bleiben, Inhalte und Botschaften entwickeln, Führung und Kultur gestalten und Meilensteine nutzen.

The Creative Exchange #45.06.2013

Hallo meine Leser,

heute schreibe ich, Godfrey Madwadri meinen letzten Beitrag für euch, bevor ich nächste Woche zurück in meine Heimat Südsudan fliege.

Passend zum „Finale“ meines Praktikums habe ich letzte Woche am Samstag das Finale der Champions League geschaut und gefeiert. (Nur der FC Bayern!!) Deshalb will ich hier etwas über Fußball und Fans in Deutschland und in meiner Heimat schreiben:

Generell kann man sagen, dass fast jeder im Südsudan Fußball liebt. Viele Kinder spielen es, sobald sie laufen können. Die bekanntesten Clubs sind: Rainbow FC, Atlabara FC und Muniki FC. Die besten Spieler: James Moga und Richard Justin. Weil es Südsudan erst seit kurzem gibt, stecken Nationalmannschaft und Nachwuchsförderung noch in den Kinderschuhen: Die Mannschaft hat erst vier Spiele gespielt (das beste: 1:0 gegen Äthopien) und liegt auf dem 200. Platz der FIFA Rangliste. Die Nachwuchsförderung ist wegen der gesamten wirtschaftlichen Lage auch noch nicht besonders gut. (Vor allem im Vergleich zu Deutschland.)

Wenn es ums Feiern geht, glaube ich sind wir aber vorne: Jedes Länderspiel ist ein großes Fest. Man tanzt, macht Musik, schlachtet einen Bullen und trinkt Bier.
Für ein richtiges Trikot seines Lieblingsspielers hat niemand Geld, also malen wir uns selbst eines. Oder wir ändern unseren Spitznamen zu dem des Spielers: Godfrey Muga Madwadri.
Seit ich hier bin, bin ich aber großer FC Bayern Fan. Ich habe fast jedes Spiel gesehen, ich war im Stadion und bei der Meisterfeier und Champions League Feier auf dem Marienplatz. Mein neuer Spitzname ist also: Godfrey Mario Madwadri. (Ich bin Fan von Mario Gomez!)

Nächste Woche fliege ich leider schon wieder zurück nach Südsudan. Ich wünschte ich könnte hier bleiben. Diese Zeit war die schönste meines Lebens! Ich werde alles geben um wieder zurück zu kommen. Ich wünsche meinen Lesern alles Gute!

Bis dann

Euer
Godfrey

Messung von User Experience3.06.2013

Die gute oder schlechte Erfahrung eines Nutzers bei der Interaktion mit einem Medium – die User Experience (UX) – ist einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren für digitale Geschäftsmodelle. Sie hat maßgeblichen Einfluss auf das Verhalten der User und Kunden. Wird die Website oder App erkundet oder wird sie verlassen bzw. gelöscht? Nutzt der der Anwender das Angebot regelmäßig, empfiehlt er es weiter, hinterlässt er eine gute Rezension? Werden Transaktionen durchgeführt? All das hängt stark von der subjektiven User Experience ab.
Die Performance digitaler Medien wird traditionell mit technischen Metriken wie Page Impressions, Verweildauern oder Conversion Rates überwacht. Diese bilden das Verhalten der User auf dem Angebot ab. Was sie nicht können, ist das plattformübergreifende Verhalten der User sowie ihr Verhalten außerhalb des Mediums vorherzusagen. Eine gute oder suboptimale User Experience beeinflusst aber nicht nur die unmittelbare Verwendung des Mediums, sondern auch Markenwahrnehmung und Empfehlungsverhalten. Es lohnt sich also, diese Größe dem Kanon der Key Performance Indikatoren (KPI) hinzuzufügen und sie regelmäßig zu erheben. Um Ursachen und Wirkungen zu verstehen, ist es sinnvoll, ein Wirkmodell der User Experience zugrunde zu legen.


Das User-Experience-Modell von Facit Digital


In diesem lässt sich das Konstrukt der User Experience mit einer Reihe von Indikatoren gut eingrenzen. An erster Stelle steht die Zufriedenheit der User mit dem Angebot, die gut skaliert abgefragt werden kann. Daneben ist die sogenannte Joy of use ein wichtiger Anhaltspunkt für eine positive Erfahrung. Hierzu muss man zwischen Spaß (fun) und Freude (joy) unterscheiden. Spaß im Sinne von Unterhaltung ist bei Joy of use weniger gemeint als Freude bei der Nutzung. Diese entsteht beim User dann, wenn dessen Nutzungsziele durch das Medium einfach und auf angenehme Weise erreicht werden, wenn durch ein nahtloses Wechselspiel von Bedienung und Systemfeedback ein flüssiger Dialog entsteht und wenn gesuchte Informationen auf innovative, kluge Weise vermittelt werden. Die größte Freude bereiten Nutzern Erfolgserlebnisse. Daher ist ein Interaktionsdesign, das den Anwender effektiv und effizient durch die verschiedenen Usecases führt, die beste Voraussetzung für nachhaltigen Joy of use. Ein weiterer Indikator ist die subjektive Einfachheit relevanter Usecases. Auch diese kann gut über eine Befragung gemessen werden, indem vorgegebene Usecases von den Teilnehmern der Befragung bewertet werden.

Für eine gute User Experience wird eine Reihe von Eigenschaften des User Interfaces ganz besonders verantwortlich gemacht. Für diese Key Performance Indikatoren des UI ist wiederum die subjektive Wahrnehmung durch die Nutzer ausschlaggebend.

•    Utility: Subjektiver Nutzwert der Inhalte und Funktionen für die jeweilige Zielgruppe
•    Accessibility: Zugänglichkeit und Kompatibilität, subjektiv empfundene Performance und Ladezeiten sowie Eignung für das Endgerät des Users
•    Usability: Effektive, effiziente und somit zufriedenstellende individuelle Zielerreichung
•    Ästhetik: Optische Attraktivität für die Zielgruppe
•    Erfüllung des (innerhalb oder außerhalb des Mediums gegebenen) Markenversprechens sowie der Erwartungen der User. Dieser Faktor stellt eine besondere Herausforderung dar. Oft wird das User Interface bei Kunden mit dem Produkt selbst gleichgesetzt. Im Moment der Interaktion mit dem UI entscheidet sich, ob die Claims des Produkts oder der Marke (wie z.B. Einfachheit, Innovation, “Premiumanspruch”, Sicherheit) erfüllt werden. Nutzererwartung und Produktversprechen sind also – zwischen verschiedenen Apps oder Websites höchst unterschiedliche – Einflussfaktoren für die User Experience.

Neben Eigenschaften des User Interface an sich haben auch externe Größen wie Markenkommunikation, Aktivitäten der Wettbewerber oder Produkteigenschaften Einfluss auf Erfahrung und Zufriedenheit der User mit dem Medium.
Einladung zu einem User-Experience-Tracking über eine Onlineumfrage


Für die Messung der Nutzungserfahrung gibt es zahlreiche Ansätze. Einer der effektivsten ist die Befragung der Nutzer über einen Onlinefragebogen. Die richtigen Fragen auf die richtige Weise gestellt, erlaubt sie ein effizientes, dauerhaftes User-Experience-Tracking, das als Frühwarnsystem für etwaigen Handlungsbedarf genutzt werden kann. Bei der Planung einer solchen UX-Evaluation sollten folgende Punkte beachtet werden:

•    Idealerweise werden zufällig ausgewählte Nutzer während oder direkt nach der Nutzung zur Teilnahme aktiv eingeladen, um sicherzustellen, dass die tatsächliche Erfahrung mit dem Medium bewertet wird. Dies kann z.B. über ein Layer geschehen. Eine Befragung von Personen, die vor längerer Zeit mit dem Angebot in Berührung kamen, eignet sich weniger, da in der Wahrnehmung der Befragten hier andere Aspekte wie das allgemeine Markenbild in den Vordergrund treten.
•    Anreiz: Die Teilnahme an einer UX-Evaluation per Onlinebefragung sollte immer incentiviert werden, z.B. über ein Gewinnspiel. Besonders zufriedene und unzufriedene User sind immer motiviert, ihre Meinung loszuwerden. Ein attraktiver Gewinn als Anreiz nivelliert diese Tendenz und führt zu repräsentativeren Messungen. Als Gewinn eignet sich am besten Bargeld, da es auf alle den gleichen Anreiz ausübt. Wenn Sie ein iPad verlosen, haben iPad-Besitzer wenig Motivation mitzumachen.
•    Dauer: Die Befragung sollte möglichst kurz sein, da durch Befragungsabbrecher systematische Messfehler auftreten können und die User Ihrer Website oder App in der Summe belästigt werden. Die maximal mögliche Dauer schwankt je nach Involvement der User und kann zwischen zwei und zehn Minuten liegen.
•    Stichprobe: Um verlässliche Messungen zu ermöglichen, sollten je Welle mindestens 200, idealerweise bis zu 1000 Personen befragt werden. Um Zufriedenheiten unterschiedlicher Nutzergruppen zu untersuchen, können u.U. noch größere Stichproben sinnvoll sein.
•    Vergleichswerte: Ist eine Usability von 73 von 100 Punkten gut oder schlecht? Wie bei allen Metriken braucht man für die Interpretation der gemessenen UX- und UI-Werte einen Vergleichsmaßstab. Möglich sind Vorher-Nachher-Messungen (z.B. bei einem neuen Release), Vergleiche mit Benchmark-Werten, Vergleiche mit der Performance von Wettbewerbern oder eine AB-Messung, bei welcher der Traffic zwischen zwei alternativen Websitevarianten aufgeteilt wird und dem Fragebogen die Variante übergeben wird.
•    Kontext: User mit mobilen Endgeräten sollten einen gekürzten Fragebogen mit angepasstem Layout erhalten.
•    Sicherheit und Datenschutz: Je nach Nutzerschaft und Testgegenstand kann ein SSL-verschlüsselter Fragebogen sinnvoll sein. Hinweise zum Umgang mit den Daten, Teilnahmebedingungen sowie ein Impressum müssen den Probanden vor der Teilnahme bereitstehen, auch um rechtliche Risiken für den Betreiber auszuschließen.
•    Nutzer zu Wort kommen lassen: Anders als andere Metriken erlaubt eine UX-Messung per Onlinebefragung auch offene Feedbacks. Über eine ungestützte Abfrage von Verbesserungswünschen können oft erstaunlich tiefgehende qualitative Einblicke gewonnen werden, die sehr brauchbare Grundlagen für Optimierungsansätze liefern.
•    Experten machen lassen: Für eine effiziente und unmissverständliche Frageformulierung und ein methodisch korrektes Setup empfiehlt sich die Konsultation von Spezialisten für quantitative User-Experience-Forschung. Sie stellen die nötigen Messmodelle bereit, vermeiden methodischer Fallstricke (z.B. durch Randomisierung von Fragen), berechnen statistische Kennwerte und helfen Ihnen bei der Deutung der Befunde.


Idealerweise sollte die Nutzerzufriedenheit im Rahmen eines User Experience Trackings kontinuierlich erhoben werden. Dies kann entweder in Wellen (z.B. halbjährlich) oder über einen “homöopathischen” Ansatz geschehen. Bei diesem wird dauerhaft ein so geringer Prozentsatz von Usern zur Teilnahme eingeladen, dass die Mehrheit der Besucher die Erhebung gar nicht bemerkt. Die Daten werden dann quartalsweise aggregiert und berichtet. Durch die dauerhafte Erhebung kann der Faktor UX gemeinsam mit anderen Metriken in ein KPI-System integriert werden und fundierte Entscheidungsgrundlagen liefern. Alternativ zum Tracking kann eine klassische Vorher-Nachher-Messung durchgeführt werden, z.B. als Erfolgsmessung eines Relaunches.

Neben der Selbstauskunft der Anwender in einer Befragung gibt es noch zahlreiche weitere Messmethoden, die mehr oder weniger indirekt das Konstrukt Nutzungserfahrung widergeben.
Verhaltensmaße bilden tatsächliches Nutzerverhalten ab und sind in unserem User-Experience-Modell v.a. auf Seiten der Konsequenzen der User Experience zu finden. Technische Maße wie die Conversion Rate und Umsatz pro Nutzer werden von der Nutzungserfahrung beeinflusst. Nutzungstiefe und –breite lassen sich über die Anzahl der besuchten Seiten oder die Verweildauer erfassen. Leider sind diese Maße hinsichtlich ihrer Aussage nicht eindeutig, da eine lange Verweildauer auch darauf hindeuten kann, dass Inhalte erst nach langer Suche gefunden werden und dazu viele Seiten irrtümlich aufgerufen werden.

Ein weiteres Verhaltensmaß ist das Blickverhalten des Users, das im User-Experience-Labor apparativ mit einem sogenannten Eye-Tracker gemessen werden kann. Das Blickverhalten lässt Rückschlüsse über die User Experience eines Nutzers und die Usability eines User Interfaces zu, wobei die Interpretation jedoch anspruchsvoll ist. So kann z.B. die Dauer bis zur Entdeckung bestimmter UI-Elemente einen Hinweis auf die Effizienz der Benutzung liefern. Eye-Tracking wird heute oft standardmäßig beim Usability-Test von Apps und Websites im Labor eingesetzt.

Messung des Blickverhaltens auf einer Website mit einem Eye-Tracker


Ein interessanter Ansatz ist die Messung von Erfolgsraten bei vorgegebenen Usecases. Diese kann auch anhand von Klickprototypen vor einem Lauch erfolgen. Dabei werden einer Stichprobe von mehreren Hundert Probanden online Aufgaben gestellt, die sie auf einer Website zu lösen versuchen. Der Anteil der erfolgreichen User und die Dauer bis zur Lösung werden gemessen und liefern Hinweise auf Usabilityprobleme, die zu einer suboptimalen User Experience führen können.

Auch ohne Einrichtung spezieller Messsysteme lassen sich Hinweise auf die Wahrnehmung von Websites und Apps durch die User finden. Qualitative Social-Media-Analysen destillieren aus Foren und App-Stores die Rezensionen heraus, die Rückschlüsse auf allgemeine Nutzungserfahrung und KPI wie Usability und Utility zulassen. Die Ergebnisse können direkt zur Optimierung eingesetzt werden, eignen sich aber nur bedingt zum metrischen UX-Tracking.

Um verborgenen, nicht verbalisierten Wünschen und Bedürfnissen von Nutzern auf die Spur zu kommen, wird zunehmend versucht, physiologische Messverfahren einzusetzen. Dabei werden z.B. Hautleitfähigkeit, Sauerstoffsättigung des Bluts, Gehirnströme oder kleinste Gesichtsausdrücke gemessen, um das emotionale Geschehen eines Users während der Interaktion mit einer Applikation oder Website einzufangen. Gemeinsam ist diesen aufwendigen Ansätzen, dass oft unklar ist, was die gemessenen Werte eigentlich aussagen und ob sie im Einzelfall Hinweise auf Nutzungshürden liefern, die nicht auch über Beobachtung oder Befragung gewonnen werden können. Hier muss noch Entwicklungsarbeit geleistet werden, um diese Tools für die User-Experience-Messung alltagstauglich zu machen.
Je nach Einsatzzweck stellt die User-Experience-Forschung also viele Ansätze zur systematischen Erfassung der Nutzungserfahrung und der Performance von Frontends bereit. Die gewonnenen Werte sind die Grundlage für ein nutzerorientiertes Management digitaler Kanäle, und sie weisen über das User Interface hinaus. Eine gute User Experience mit einem interaktiven Medium ist Basis für Kundenbindung, Markenbildung und zukünftiges Verhalten wie Empfehlung und Wiederkehr und somit relevant für nachhaltigen Erfolg.

Mein Leben als Agenturstudent23.05.2013

“Ich bin Agenturstudent bei Plan.Net Campaign im Haus der Kommunikation von Serviceplan.” Die meisten Leute, denen ich so versuche zu erklären, was ich derzeit in meinem Leben mache, können damit erst einmal wenig anfangen. “Agenturstudent? Also bist du so was wie ein Werkstudent?” – Das ist die häufigste Interpretation meiner Tätigkeit. Dass Plan.Net die Digitalagentur der Serviceplan Gruppe ist und wie hier alles zusammenhängt, erkläre ich meistens erst den ‘Fortgeschrittenen’. Ich arbeite 4,5 Tage die Woche und studiere (derzeit) 1,5 Tage. Das sieht nach einer Menge Arbeit aus – und ist es auch. Um zu verstehen, warum ich nicht lieber ein ganz normaler Student bin, muss ich kurz erklären wie es zu dieser Sache kam.

Nach einigen Erfahrungen mit der Welt der Arbeit und Hochschulen wusste ich, dass ich mein Leben weder als Koch noch als Bauingenieur verbringen möchte. Auf der Suche nach einer spannenden Alternative bin ich auf das Thema Kommunikation gestoßen. Dass Kommunikation eigentlich auch viel mit Werbung zu tun hat, habe ich erst später herausgefunden. Werbung also – das hatte ich so noch nicht auf meiner Jobliste, klingt aber verheißungsvoll. Da man im besten Fall ja aus Fehlern lernt, wollte ich nicht blind in das nächste Studium springen, sondern mir erst anschauen, was man als Werber denn so macht. Das heißt Bewerbungen schreiben und versuchen, einen begehrten Praktikums Platz in einer der (von außen) mystisch wirkenden Werbeagenturen zu ergattern.

Und wirklich: auf einmal war ich Kundenberater-Praktikant in einer riesigen, erfolgreichen Werbeagentur. Dann auch noch im Online-Bereich, was mir sehr gelegen kam, da ich sowieso viel Zeit im Netz verbringe. Schwer beeindruckt war ich von Anfang an von der Herzlichkeit und dem Teamgeist meiner neuen Kollegen, die mich als Anfänger ganz selbstverständlich integrierten. Dem ganzen Team ist es wohl auch zu verdanken, dass ich mich in den nächsten Wochen in der Arbeit immer mehr entwickeln konnte. Ich hatte mit der Zeit sogar die Möglichkeit, erste kleinere Projekte zu übernehmen – natürlich in ständiger Abstimmung mit meinen Kollegen.

Dabei lernte ich sehr viel über das Aufgabenspektrum eines Kundenberaters und Projektmanagers. Dazu gehören natürlich der Kundenkontakt, das Zuarbeiten für Kollegen, selbstständiges Arbeiten für Projekte – und das schönste an diesem Job: über den Tellerrand hinaus blicken und eigene Ideen in Projekte einbringen. Wer hier viel machen möchte, bekommt auch die Möglichkeit, viel zu machen. Ich hatte eine Menge Herausforderungen und genauso viel Spaß dabei diese zu lösen. Mit all den Möglichkeiten und der Verantwortung, die man hier übernehmen kann, kommt natürlich auch eine Menge Arbeit und damit auch manchmal Stress. Es müssen Timings eingehalten, mehrere Aufgaben gleichzeitig betreut werden und dann kommt gerne auch noch ein unvorhergesehenes Problem um die Ecke. Eines ist auf jeden Fall sicher: Langweilig wird es einem nicht!

Gegen Ende meines Praktikums kam es dann – das Angebot, dass ich als Agenturstudent weiter in meinem Team bleiben und gleichzeitig studieren könnte. Klar, dass ich nicht lange zögerte. Dieses Programm ist in zwei Teile gegliedert. Im ersten Jahr arbeite ich Montag bis Freitagmittag und gehe am Freitagnachmittag und am Samstag ganztags in die Bayerische Akademie für Werbung (BAW). Im zweiten und dritten Jahr geht es dann alle zwei Monate für vier Tage Blockunterricht an die Steinbeis-Hochschule. Hier bekomme ich – wenn alles gut läuft – am Ende dann auch den Bachelor of Business Administration.

An der BAW mache ich gerade den Medienmarketing Fachwirt. Meine bisherigen Erfahrungen mit der BAW sind positiv. Die Dozenten kommen direkt aus der Praxis und bekleiden zum Teil hohe Positionen in großen Unternehmen. Da wird auch einmal aus dem Nähkästchen geplaudert. Das Beste dabei: Das gelernte Wissen kann sofort in der Arbeit ausprobiert werden. Wenn ich also am Samstag in der Uni noch höre, auf was man bei Onlinemarketing achten muss, kann ich das sofort am nächsten Montag in der Arbeit einsetzen und direkt sehen, wie es funktioniert. Für mich ist das ein riesiger Vorteil im Vergleich zu dem sehr theorielastigen Hochschulsystem.

Der Nachteil an diesem Programm ist natürlich die Zeit. Ich habe eine Sechs-Tage-Woche und nur in den Schulferien normale freie Wochenenden. Da gewinnt auch das Seminar für Zeitmanagement an der BAW sofort praktische Bedeutung. Schließlich warten nach Agentur und Akademie auch noch Hausarbeiten und Lernstoff – und vielleicht sogar noch etwas Privatleben. Trotzdem habe ich meine Entscheidung noch keinen Moment bereut. Die Gründe dafür sind einfach. Meine Arbeit macht richtig Spaß und ich weiß, dass mich sowohl meine Vorgesetzten als auch mein Team unterstützen.

Agenturstudent zu sein , das ist eine intensive Erfahrung, ein ständiges lernen; und kann auch mal anstrengend werden. Unter den richtigen Rahmenbedingungen und mit der nötigen Motivation ist es jedoch eine große Chance und der ideale Weg, einen schnellen und soliden Einstieg in die Welt des Marketings zu bekommen.

Ich glaube es ist schwer bis unmöglich, in einem so kurzen Zeitraum mehr über diese Branche zu lernen, zu erfahren und zu erleben.

Warum #drosselkom auch die Werbung etwas angeht22.05.2013

Vor ein paar Wochen hat die Telekom angekündigt, ihre DSL-Anschlüsse mit Volumenbegrenzungen zu versehen. Wenn ein Haushalt mehr als eine bestimmte Datenmenge im Monat “in Anspruch nimmt”, wird die Geschwindigkeit seines eigentlich blitzschnellen Anschlusses auf Maße zurückgedrosselt, die an das “World Wide Wait” der frühen ISDN-Tage erinnern lassen wird.
Lediglich eigene Services und die Services von (zahlenden) Premium-Partnern will die Telekom von dieser Kontingentierung der Daten-Flatrates ausnehmen. Dies entspricht de fakto der Abschaffung der Netzneutralität in den Netzen der Telekom.
Dagegen laufen derzeit Netzaktivisten unter dem Stichwort “Drosselkom” Sturm.
Inwiefern betrifft aber uns, die wir Online-Werbung machen und ins Netz stellen, diese Maßnahme? Diesen Beitrag weiterlesen

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