Amnesty lässt Menschen verschwinden
Jedes Jahr verschwinden Tausende von Menschen auf der Welt. Für Inhaftierung, Folter und Hinrichtungen hat jeder sofort konkrete Bilder greifbar. Für das Verschwinden von Personen durch Entführung und Verschleppung aber haben wir meist nur diffuse Bilder im Kopf. Doch wie kann es gelingen genau solche Bilder zu erzeugen und damit der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zu helfen, ausreichend Spenden zu sammeln, um die Entführten wieder zu finden? Die Idee: Personen live vor den Augen ihrer Mitmenschen verschwinden lassen. Für die Umsetzung wurde auf einer stark frequentierten
Galerie des Münchner Flughafens eine Kamera hinter einem Großmonitor installiert. Diese spielte das vom Monitor verdeckte Realbild 1:1 ein. Mittels spezieller Bildmasken konnten Bildtechniker Reisende in der Schalterhalle live verschwinden lassen. Damit wurde das Verschwinden von Personen transparent und drastisch erlebbar. Zusätzlich erhielte die versammelte Menschenmenge Informationen zum Thema sowie Spendenaufrufe via QR-Code und SMS. Neben zahlreichen Zuschauern und erhöhter Spendenbereitschaft war vor allem die virale Verbreitung der Kampagne sehr erfolgreich.