LIFEBOAT – Das Experiment

Sea-Watch Lifeboat
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Sea-Watch inszeniert starke Kampagne pro Seenotrettung: „LIFEBOAT – Das Experiment“ lässt uns die Ängste von Mittelmeerflüchtenden nachempfinden

Noch immer sterben jeden Tag mindestens 6 Menschen auf ihrer Flucht über das Mittelmeer. Allein 2018 konnten mindestens 2.277 Menschen das rettende Ufer nicht mehr lebend erreichen.

Hamburg, 25. April 2019  Da die Arbeit der zivilen Seenotrettungsorganisationen behindert wird, hat sich der Anteil der Toten und Vermissten im Mittelmeer seit 2015 vervierfacht. Erschreckend ist auch, dass 85 Prozent der Deutschen dieses Ausmaß laut einer YouGov-Umfrage* im Auftrag von Sea-Watch gar nicht bewusst ist. „Als wir 2015 mit der zivilen Seenotrettung gestartet sind, war die Stimmung in Deutschland eine andere. Ein paar Jahre später sind die Hilfsbereitschaft und der Wille zur Unterstützung verblasst. Das Mittelmeer bleibt aber auch 2019 die tödlichste Grenze der Welt“, erklärt Michael Schwickart von Sea-Watch. Für die Hilfsorganisation war es jetzt an der Zeit, zu drastischen Mitteln zu greifen und diese Gefahren für uns greifbar zu machen: mit „LIFEBOAT – Das Experiment“.

Im Schlauchboot: 40 Freiwillige durchleben für Stunden simulierte Mittelmeer-Überfahrt

„LIFEBOAT – Das Experiment“ wurde gemeinsam mit fünf Geflüchteten entwickelt, die von ihren Erlebnissen und Eindrücken ihrer Mittelmeer-Fluchten erzählten. Auf Basis dieser Erfahrungsberichte wurde die Simulation so realistisch wie möglich gestaltet. Während die 40 Freiwilligen dicht gedrängt auf einem Schlauchboot in einer maritimen Trainingsanlage ausharrten, wurden fünf Stunden lang Seegang, Lichtverhältnisse und Geräuschkulisse stetig verändert. Im Verlauf der Simulation steigerten sich Wellengang und Umgebungsgeräusche, zunehmende Dunkelheit verschärfte die Situation. Dadurch wurde die Lage für die erschöpften Teilnehmer noch kräfte- und nervenzehrender. Während des Experiments gewährleisteten Rettungstaucher und medizinisches Personal durchgehend die Sicherheit der Teilnehmer.

Das Ergebnis: Eine Erfahrung, die tief bewegt und zum Umdenken anregt

Der Großteil der Teilnehmer wurde seekrank und klagte über Schwindel und Übelkeit. Einige von ihnen mussten sich übergeben. Sieben Teilnehmer brachen die Simulation vorzeitig ab, indem sie aus dem Boot sprangen und zum Beckenrand schwammen – eine Entscheidung, die mitten auf offener See den sicheren Tod bedeuten würde. Nach fünf Stunden waren sich alle Freiwilligen einig, dass nur extreme Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit Menschen dazu bewegen können, sich in diese Gefahr zu begeben. Dass so etwas kein Mensch freiwillig macht. "Natürlich lassen sich die Erfahrungen Flüchtender nicht realitätsgetreu simulieren, dennoch schafft das Experiment eine Annäherung. ‚LIFEBOAT – Das Experiment‘ lässt die Notwendigkeit von Seenotrettung am eigenen Leib erfahren und animiert somit Teilnehmer und Zuschauer zum Umdenken“, so Schwickart.

Der Film: Skye Fitzgerald verpackt Eindrücke in einer Dokumentation

Unter der Leitung des Oscar-nominierten Regisseurs Skye Fitzgerald wurden sowohl die Interviews der Geflüchteten und Teilnehmer, als auch das gesamte Experiment filmisch festgehalten. „Dieses Experiment wird Teil des Dialogs sein, der Veränderung bringt. Wir beginnen darüber nachzudenken, wie wir mit dieser Krise sinnvoller und bedeutender umgehen können. Wenn wir mit diesem Experiment auch nur eine Meinung eines Menschen zur Flüchtlingskrise ändern, war das Experiment ein völliger und absoluter Erfolg“, erklärt er seine Motivation. 

Der 9-minütige Dokumentarfilm von "LIFEBOAT - The Experiment" wurde in deutscher und englischer Sprache produziert und ist auf der Kampagnenwebsite zu sehen: www.lifeboatexperiment.org.

Weitere Informationen und Pressematerial zum Download finden Sie hier: www.lifeboatexperiment.org/#info.


CREDITS

Kampagne: Lifeboat – The Experiment

Kunde: Sea-Watch

Agentur: Serviceplan Hamburg

Production: Markenfilm GmbH & Co. KG

Director: Skye Fitzgerald

DoP: Felix Tonnat

PR & Social Media: achtung! GmbH

Media: Mediaplus

Global Chief Creative Officer, Serviceplan Group: Alexander Schill

Executive Creative Director: Michael Wilk, Serviceplan Creative Board

Global Creative Strategist, Serviceplan Creative Board: Maximilian Schöngen

Head of Editing, Serviceplan Innovation Team: Dennis Fritz

Creative Managing Director, Serviceplan Campaign 3: Markus Maczey

Post-Production: nhbNEXT GnbH & Co.KG

Sound Design/ Music Company: Sebastian Oswald

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Kontakt

Petra Strobl

Petra Strobl

Corporate Communication & PR

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