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Pink Triangle Issue: VANGARDIST, KZ-Gedenkstätte Mauthausen und Serviceplan gegen Homophobie

Wien, 14. Mai 2018 – Vor achtzig Jahren wurde das Konzentrationslager Mauthausen errichtet. Dort wurden auch homosexuelle Männer gefangen gehalten und gezwungen, einen dreieckigen Stoffaufnäher – den sogenannten Rosa Winkel – als Kennzeichen ihrer Homosexualität zu tragen. Doch auch lange nach der Befreiung wissen bis heute nur wenige Menschen von der Folterung Homosexueller in nationalsozialistischen Lagern und von den aktuellen homophoben Hassdelikten auf der ganzen Welt. Leider endete die homophobe Gewalt nicht mit der Befreiung der Konzentrationslager, sondern ist weiterhin Alltag in vielen Ländern.

Das VANGARDIST Magazin arbeitet nun mit der KZ-Gedenkstätte Mauthausen und der Serviceplan Gruppe zusammen, um eine Allianz gegen die andauernden Verletzungen der Rechte von Mitgliedern der LGBTQI+ Gemeinschaft* ins Leben zu rufen und um den Rosa Winkel als Symbol gegen Homophobie neu zu besetzen.

Aktions-Website: www.pinktriangleissue.com

Eine weltweite virtuelle Petition sowie ein Dialog wurden gestartet, um Homophobie endgültig zu beenden und finanzielle Mittel für die Arbeit der NGO Rainbow Railroad zu sammeln. Die Petition soll UN-Generalsekretär António Guterres dazu bewegen, sich bei den Vereinten Nationen für eine Abschaffung homophober Gesetze einzusetzen. Die Petition fordert Guterres auf, Rechte für Menschen aus der LGBTQI+ Community in Artikel 2 der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ der Vereinten Nationen aufzunehmen.

Am 7. April 2018 reisten 80 Menschen aus zehn Ländern zur KZ-Gedenkstätte Mauthausen nach Österreich und formten gemeinsam ein emotionales Symbol – den Rosa Winkel. An der Spitze des Dreiecks stand die Leiterin der KZ-Gedenkstätte Mauthausen Barbara Glück mit dem Chefredakteur des VANGARDIST Magazins Julian Wiehl sowie ein LGBTQI+ Mitglied, der der Folter in Jamaika mithilfe von Rainbow Railroad entkommen konnte.

Die Aktion wurde in Foto- und Filmaufnahmen festgehalten, die den Ausgangspunkt für eine weltweite Kampagne darstellen. Der renommierte Fotograf Olaf Blecker hielt die ergreifenden Bilder in einer Serie fest. Bleckers Fotos werden für die visuelle Gestaltung der Sonderausgabe – The Pink Triangle Issue – des VANGARDIST Magazins sorgen, die am 16. Mai in Mauthausen bei einer Gedenkveranstaltung verteilt wird. Die 80 Teilnehmer der Foto- und Film-Aktion trugen einen Rosa Winkel auf ihrer Kleidung und stellten sich so auf, dass sie zusammen eine Dreiecksform ergaben. Der in Wien ansässige Fotograf David Meran unterstützte die Aktion ebenfalls mit „Behind the Scenes“-Aufnahmen.

Die Filmaufnahmen machte Regisseur Christoph Kuschnik, ebenfalls aus Wien. Kuschnik ist ein vielfach ausgezeichneter Regisseur und Fulbright-Stipendiat, dessen Kurzfilme bei Festivals rund um die Welt gezeigt werden.

Am 16. Mai 2018, dem Tag vor dem internationalen Tag gegen Homophobie, wird eine Gedenkveranstaltung unter der Leitung von Barbara Glück, Leiterin der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, sowie mit dem Chefredakteur von VANGARDIST, Julian Wiehl, Bobby Hrehoruk von Rainbow Railroad  sowie mit der Staatssekretärin Karoline Edtstadler stattfinden. Daraufhin wird eine Ausstellung eröffnet, die die Brücke zwischen homophober Gewalt damals und heute schlägt. Die Sonderausgabe des VANGARDIST wird anschließend vorgestellt.

Außerdem wird die Website www.pinktriangleissue.com als zentrale Anlaufstelle für die Aktion veröffentlicht. Durch die Anmeldung über Facebook Connect haben die Teilnehmer von The Pink Triangle Issue die Möglichkeit, die Aktion zu unterstützen und Teil der ersten globalen visuellen Petition zu werden, indem ihr Foto in das virtuelle rosafarbene Dreieck aufgenommen wird. Sie können die Bewegung außerdem auf ihrer eigenen Facebook-Seite teilen und unterstützen. Am 17. Mai 2018, werden alle, die sich online angemeldet haben, in Form einer Lichtvorführung, die in Mauthausen projiziert wird, Teil der Petition.

Heute ist Mauthausen eine internationale Gedenkstätte und ein Ort der historischen und politischen Bildung. Dass ein Konzentrationslager an einem Projekt wie The Pink Triangle Issue teilnimmt, ist eher ungewöhnlich und zeugt von dem Bewusstsein, dass die aktuellen Probleme der Verfolgung von LGBQTI+ Menschen in vielen Ländern der Welt angesprochen werden müssen, da sie eine Wiederholung der Minderheitenverfolgung während des Nationalsozialismus darstellen.

Das progressive österreichische Männermagazin VANGARDIST erzielte im Jahr 2015 mit der Ausgabe „HIV Heroes“, die mit HIV-positivem Blut gedruckt wurde, weltweite Aufmerksamkeit. VANGARDIST und Jason Romeyko, Worldwide Executive Creative Director von Serviceplan, arbeiteten außerdem zusammen an der „HIV Heroes“-Aktion. Das Thema wurde in den letzten Jahren in den Medien immer weniger beachtet, aber die Stigmatisierung Betroffener blieb.

Mit dem Pink Triangle Issue des VANGARDIST Magazins soll der weltweite Dialog über die Verfolgung von Mitgliedern der LGBTQI+ Gemeinschaft wieder angestoßen werden: In 72 Staaten werden Mitglieder der Community weiterhin diskriminiert, geächtet, verfolgt, gefoltert, verurteilt und ermordet.

Barbara Glück, Leiterin der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, erklärt: „Der Kampf für die Rechte von Homosexuellen in Europa und der ganzen Welt ist in unserer heutigen Zeit sehr wichtig. Es geht nicht nur um einen Kampf für die Menschenrechte, sondern auch um eine historische Verantwortung, der wir gerecht werden müssen. Obgleich die Verfolgung von Homosexuellen in Europa im Nationalsozialismus gipfelte, ist sie sehr viel tiefer verwurzelt. In vielen Teilen der Welt gibt es sie noch heute. Obwohl die Anerkennung als Gruppe von Opfern der Nationalsozialisten in Österreich zu spät erfolgte, war es dennoch ein wichtiger Schritt, Verantwortung für die Verfolgung von Homosexuellen in der Vergangenheit zu übernehmen und auf deren gesellschaftliche Gleichstellung hinzuarbeiten.“

Obwohl 2017 weltweit einige positive Schritte für die LGBTQI+ Community unternommen wurden, haben viele Länder auf dem Gebiet der Menschenrechte einige Rückschritte gemacht. Im Jahr 2018 werden LGBTQI+ Personen in mehr als 70 Ländern der Welt, darunter Tschetschenien, Ägypten, Indien, Indonesien, Jamaika, Malaysia, Sudan und Uganda, zunehmend verfolgt, inhaftiert, gefoltert oder sogar getötet. Für viele besteht die einzige Hoffnung darin, aus diesen Gebieten zu fliehen. Aber nur vier Länder weltweit bieten den Betroffenen Asyl. The Pink Triangle Issue soll auf die Problematik aufmerksam machen und finanzielle Mittel für die Arbeit von Rainbow Railroad sammeln, um Betroffene in Sicherheit zu bringen und sie dabei zu unterstützen, Asyl zu erhalten.

Mit The Pink Triangle Issue, einer Online-Petition, einer Ausstellung in Mauthausen und der Neubesetzung des Rosa Winkels als Symbol gegen Homophobie möchte das VANGARDIST Magazine den Dialog über die weltweit wachsenden Gefahren für die LGBTQI+ Community fördern.

„Ich denke, es ist wichtig, durch die Geschichte die gefährlichen Auswirkungen der Gegenwart auf die Zukunft zu veranschaulichen. Die Tatsache, dass wir viele positive schwule, lesbische und Trans-Rollenvorbilder in der Popkultur haben, lenkt die Aufmerksamkeit der Welt von all den Hassverbrechen gegen die LGBTQI+ Gemeinschaft ab. Wenn man glaubt, dass sich alles weiterentwickelt hat, merkt man plötzlich, dass viele Menschen Haltungen vertreten, die alles andere als fortschrittlich sind", fügt Jason Romeyko, Worldwide Executive Creative Director der Serviceplan Gruppe, hinzu.

Rainbow Railroad ist eine kanadische Nichtregierungsorganisation, die Mitgliedern der LGBTQI+ Community in der Karibik, im Nahen Osten, in Afrika und Osteuropa dabei hilft, der Verfolgung zu entkommen. Bobby Hrehoruk, Director of Development, Rainbow Railroad erklärt: „Als Hommage an die Underground Railroad ist Rainbow Railroad eine einzigartige, basisdemokratische und internationale Organisation, die sich der Unterstützung von LGBTQI+ Personen widmet, die einen sicheren Hafen vor staatlich geförderter oder aktivierter Gewalt suchen. Seit unserer Gründung im Jahr 2006 haben wir über 300 Personen die Ausreise finanziert, wobei allein im Jahr 2017 200 Personen an einen sicheren Ort reisen konnten. Wir erkennen die gegen LGBTQI+ Personen gerichteten Grausamkeiten an, die in Mauthausen stattfanden, und glauben, dass jeder Mensch eine grundlegende Würde und Sicherheit verdient, nur weil er liebt, wen er liebt. Wir fühlen uns geehrt, für das Pink Triangle Issue ausgewählt worden zu sein und hoffen, dass Sie die Arbeit der Bewegung unterstützen werden, um uns dabei zu helfen, vielen LGBTQI+ Menschen eine bessere Zukunft zu ermöglichen.“

Kampagnen-Website: pinktriangleissue.com
(Aufruffilm, Interviews, Spendenmöglichkeit und weitere Informationen)

Pink Triangle Issue Partner
www.mauthausen-memorial.org/en
www.rainbowrailroad.ca
www.vangardist.com
www.dayagainsthomophobia.org
www.olafblecker.de

Fotocredits:
Key Visual und Portraitaufnahmen: Olaf Blecker
Behind the Scenes-Aufnahmen in s/w: David Meran
Regisseur: Christoph Kuschnik

Bilder:
Barbara Glück, Leiterin der KZ-Gedenkstätte Mauthausen; Julian Wiehl, Chefredakteur VANGARDIST Magazin; Sudeene, Überlebender aus Jamaika, der von Rainbow Railroad gerettet wurde

Website: Jonas Heitzer, Philipp von Mauch

*LGBTQI+: Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer, Intersex + (das Plus verweist auf die Möglichkeit, weitere Akronyme anzuhängen)

Kontakt

Miriam Lenz

Miriam Lenz
Corporate Communication & PR

+49 89 2050 2121

E-Mail: m.lenz(at)serviceplan.com